Spielfilme Info Helena Fürst

Helena Fürst

Helena Fürst

Bekannt ist sie als Anwältin der Armen geworden, half für die Dokumentation der gleichnamigen Sendung auf RTL, die benachteiligte Gesellschaftsschicht auf ganz neue Art und Weise im Fernsehen zu etablieren, befasste sich mit Menschen, die in Not geraten waren, um diesen aus der Patsche zu helfen. Zuvor jagte sie allerdings bei Sat1 noch Sozialhilfe-Betrüger. Die Sendung nannte sich „Gnadenlos gerecht“ und zeigte tatsächlich eine gnadenlos engagierte Frau, die mit der Kamera bewaffnet Haushalte aufsuchte, die von Sozialhilfe lebten.
Helena Fürst arbeitete auch zuvor bereits als Sozialfahnderin im Kreis Offenbach, wollte für Gerechtigkeit sorgen, da es in Deutschland einfach nicht angehen konnte, dass Menschen auf Kosten der arbeitenden Bevölkerungsschicht Geld vom Staat erhielten, ohne viel dafür tun zu müssen. Das alles fand auch Sat1 interessant genug, um sie ins Fernsehen zu holen und vor laufender Kamera agieren zu lassen. Doch die Meinungen dazu blieben geteilt, schließlich fühlte sich Fürst irgendwann komplett in die Ecke gedrängt und wechselte die Seiten, dazu auch gleich den Sender.
Statt als Sozialermittlerin wollte sie nun Menschen auf anderem Wege zur Hilfe kommen, kritisierte das Amt, für das sie zuvor tätig war, gab an, dort würden hauptsächlich Menschen ohne Selbstbewusstsein landen, die dann im Jobcenter kleingehalten und eingeschüchtert werden würden. Es mangelte an einer ganzheitlichen Vermittlung.
RTL zeigte Helena Fürst dann auch ganz menschennah, konfrontiert mit betont echten Schicksalsschlägen und wirklicher Hilfeleistung. Und wie es sich für eine Fernsehdokumentation gehörte, musste das Drama auch schwerwiegend genug sein, was schnell den Vorwurf nach sich zog, dass sich die engagierte Dame nur allzu gerne selbst in Szene setzte und ihr die Menschen letztendlich dann doch gleichgültig waren.
Geboren wurde Helene Fürst am 11. Februar 1974. Sie arbeitete als Betriebswirtin und fand schließlich in Berlin zum Sozialamt, um dort den angeblichen Schmarotzern auf den Leib zu rücken. Das Ganze wurde dann auf Celluloid festgehalten. Eine Kamera begleitete die „Gnadenlos gerechte“ Frau bei ihren Ermittlungen gegen Hartz-IV-Empfänger, um herauszufinden, wie groß das Elend nun wirklich war und ob die Hilfe vom Staat überhaupt gerechtfertigt wäre. Ein großer Flachbildfernseher war da schon Beweis genug, auch wenn die Familie ansonsten nicht wusste, wie sie die eigenen Kinder ernähren sollte.
Die Schuld trug natürlich nicht Helena Fürst, dennoch schürte die gesamte Sendung ein neues und nicht unbedingt besseres Verständnis für Hartz-IV-Empfänger. Ebenso kam von Sozialhilfeempfängern eine Welle der Abneigung, gar des Hasses zurück, Reaktionen, mit der Fürst nicht umzugehen verstand. Sie fühlte sich gemobbt und bedroht.
Bei RTL aufgenommen, wechselte sie dann auch schnell das Image und wurde zur Kämpferin für Menschen gegen die Behördenwillkür. Schwerlich kaufte man ihr diese neue Rolle zunächst ab, doch die Einschaltquoten stiegen, die Sendezeit wurde besser. Die Seiten hatte Fürst ja auch tatsächlich nicht gewechselt. Sie stellte die Menschen nun auf eine andere Art und Weise vor der Kamera bloß. Ihre Fragen an die Betroffenen, darunter Eltern von herzkranken Kindern, waren auf Tränen und Drama getrimmt, während sie Trost spendete und schließlich großzügig ihre Hilfe anbot.
Ob das Ganze nun dramatisiert wird oder nicht, die Menschen greifen dennoch auf Helena Fürst zurück und die Sendung, die mittlerweile den neuen Titel „Helena Fürst – Kämpferin aus Leidenschaft“ trägt, erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit.